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How It Might Should Be Done
Idris Robinson
Der folgende Text ist das Transkript eines Vortrags, den Idris Robinson am 20. Juli diesen Jahres in Seattle gehalten hat, von ihm selbst wie auch von Ill Will Editions, die den Text transkribiert haben, im Sinne der Lesbarkeit leicht editiert. Antikalypse
Ich schreibe dies, weil ich frustriert bin. Ich bin frustriert mit der Reaktion zum Aufstand in Iran. Ich bin frustriert, wie diese leider nicht überraschend ist, wenn wir uns anschauen, wie sich die Diskussionslandschaft um den Hidschab und Feminismus in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat.
Insurrektionalistischer Anarchismus
Alfredo M. Bonanno
Hinter jedem Aspekt der anarchistisch insurrektionalistischen Theorie steht ein Projekt, ich sage nicht, ein erstickter Rahmen, der in allen seinen Teilen vollständig ist, sondern ein Projekt, das hinreichend erkennbar ist, weit über diese Seiten und die vielen anderen hinaus, die ich in meinem Leben zu diesem gequälten Thema geschrieben habe. Wenn dies nicht berücksichtigt wird, kann eine analytische Klärung nicht viel ausrichten, sondern läuft Gefahr, das zu bleiben, was sie ist: eine Ansammlung von Worten, die vorgeben, der Realität entgegenzuwirken, ein unangemessen idealistischer Anspruch. Die verlockenden Sukkulenten der klassischen deutschen Philosophie, mit ihren verführerischen Stacheln, haben schon viel Schaden angerichtet, ich hoffe, sie sind nicht noch mehr Spiegel für naive revolutionäre Lerchen.
Das Wort 'Täter' wird in diesem Text nicht entgendert. Auch FLINTAs können Täter*innen sein. Jedoch geht – und das soll die hier benutzte Schreibweise deutlich machen – patriarchale Gewalt, sei sie physisch oder psychisch, zum Großteil von cis-Männern aus. Das Wort ‚Täter‘ zu entgendern würde diesen Umstand unsichtbar machen.
Sicherheit ohne Hierarchie
Scrappy Capy Distro
Dieses Zine basiert auf einer Reihe von Vorträgen mit dem gleichen Titel, die auf anarchistischen Treffen im Sommer ’23 in Stockholm, Ljubljana und St. Imier gehalten wurden. Nach jedem Vortrag wurden der Inhalt des Zines und künftige Vorträge durch die Diskussionen mit anderen in den Räumen und später in den Ecken und Winkeln der Orte verbessert. Die Worte auf diesen Seiten sind nicht nur meine eigenen, denn Wissen entsteht nicht aus dem Nichts, sondern wird aus unseren vergangenen Erfahrungen und Interaktionen mit anderen zusammengesetzt. Wir lernen gemeinsam, nicht allein.
Vor etwa drei Jahren begann die Coronavirus-Pandemie, die sich über den gesamten Globus ausbreitete. Unser Leben hat sich mit dem Fortschreiten der Pandemie nicht nur einmal, sondern viele Male verändert. Die Krise ist noch nicht vorbei, und dieser Text versucht, darüber nachzudenken, wie Anarchist:innen bisher mit der Pandemie umgegangen sind. Er beginnt mit einer (beklagenswert unvollständigen) Nacherzählung der Ereignisse, um sicherzustellen, dass wir ein gemeinsames Verständnis des Ablaufs der Ereignisse haben, das als Grundlage für unsere Analysen dient. Im Folgenden geht es nicht darum, einzelne Organisationen oder Aktionen und ihre Verdienste zu kritisieren, sondern um Überlegungen zu den allgemeinen Trends, die sich aus der anarchistischen und angrenzenden Bewegungen ergeben haben. Es handelt sich keineswegs um eine formale akademische Abhandlung, aber wo es angebracht oder nützlich ist, haben wir Links zu weiterführenden Quellen angegeben.
Nazis of Color
Spencer Sunshine and Isaac
Als Mauricio Garcia im Mai 2023 in einem Einkaufszentrum in Allen, Texas, acht Menschen tötete, schien die Tat nur ein weiterer sinnloser Massenmord zu sein, ähnlich wie die unzähligen Schießereien an Schulen. Doch als herauskam, dass er sich als Neonazi identifizierte, machte sich Empörung breit: Einen Latino so zu bezeichnen, war für viele einfach zu viel.
ACSD 2022
ACSD Kollectiv
Diese Zine enthält die Texte der Reden, die auf dem Anarchistischen CSD am 17. Juli 2022 gehalten wurden. Einige der Texte wurden von Mitgliedern des ACSD Kollektivs selbst geschrieben, andere stammen von Freund:innen und anderen Genoss:innen.
Über das Phänomen unsinniger Jobs
David Graeber
Hattest du jemals das Gefühl, dein Job wäre ausgedacht? Dass die Welt sich weiter drehen würde, wenn du nicht 8 Stunden deine Tätigkeit verrichten würdest? David Graeber erkundete das Phänomen der unsinnigen Jobs für unsere jüngste Sommerausgabe—jeder, der berufstätig ist, sollte sorgfältig lesen…
Ihr wisst, dass das wahr ist. Wenn nicht, warum stöhnt jede*r auf, wenn ihr das Wort erwähnt? Warum sind bei euren anarcho-kommunistischen Theoriegruppen-Treffen immer so wenig Leute anwesend? Warum ist das unterdrückte Proletariat nicht zu Bewusstsein gekommen und hat sich euch angeschlossen in eurem Kampf um Befreiung?
Kill the Couple in Your Head
Ungrateful Hyenas Editions
Es folgen die Aufzeichnungen zu einem Vortrag, der 2020 in Berlin, Athen und Marseille gehalten wurde.
Der Rechtsruck in Deutschland macht Angst. Auf der diskursiven Ebene verbreitet sich der Gedanke "uns Deutschen fehl es, weil den Flüchtlingen zu viel gegeben wird". Daraus folgt Verschärfung der indirekten Morde im Mittelmeer und der Hetze gegen Flüchtlinge im Land. Was kann dem diskursiv entgegengesetzt werden? Die radikale Linke versucht dem seit Jahren eine komplexe Kapitalismusanalyse entgegenzusetzen, welche aber fast nur unter Studierenden in den linken Szenen der Großstädte angenommen wird. Dies war nicht immer so und hat Gründe, die veränderbar sind. Eine Analyse des Problems und ein Vorschlag für eine neue Taktik.
Seit einigen Wochen hören wir von Vielen von der Notwendigkeit sich hinsichtlich der “Geschehnisse in Gaza” zu äußern. Argumente, die darauf hindeuten, dass ein neuer Krieg begonnen habe, sind weit verbreitet, auch in radikalen oder anarchistischen Kreisen. Seit dem Ausbruch aus Gaza hat der palästinensische Kampf um Befreiung in Deutschland stark unter der Reduzierung auf die Aktionen der Hamas gelitten. Der deutsche Staat, Politiker*innen und manchmal sogar unsere Mitstreiter*innen sorgen sich sehr darum, wie nah oder fern man sich zu den Ideen der Hamas positioniert. Zum historischen Kontext eines asymmetrischen Krieges, welcher nun schon mehr als 70 Jahre andauert, wird dabei jedoch nur wenig gesagt. Ein andauerndes Massaker an der palästinensischen Bevölkerung begann bereits zu der Zeit des britischen Kolonialismus, assistiert durch die Errichtung eines Apartheidregimes in einer künstlich geschaffenen Siedler*innengesellschaft.
Sua Política é Um Puta Tédio
Nadia C.
Por que você acha que ninguém aguenta quando você começa a falar? Por que o seu grupo de teoria anarco-comunista nunca recebe atenção? Por que os proletários oprimidos não se conscientiza logo e ingressam na sua luta por libertação mundial?
La vita non è che una ricerca continua di qualcosa a cui aggrapparsi. Ci si alza al mattino per ritrovarsi, uno stock d’ore più tardi, di nuovo a letto, tristi pendolari tra il vuoto di desideri e la stanchezza. Il tempo passa e ci comanda con un pungolo sempre meno fastidioso. Le prestazioni sociali sono un fardello che non sembra ormai piegare le spalle, perché lo portiamo con noi ovunque. Obbediamo senza la fatica di dir di sì. La morte si sconta vivendo, scriveva il poeta da un’altra trincea.
La vita non è che una ricerca continua di qualcosa a cui aggrapparsi. Ci si alza al mattino per ritrovarsi, uno stock d’ore più tardi, di nuovo a letto, tristi pendolari tra il vuoto di desideri e la stanchezza. Il tempo passa e ci comanda con un pungolo sempre meno fastidioso. Le prestazioni sociali sono un fardello che non sembra ormai piegare le spalle, perché lo portiamo con noi ovunque. Obbediamo senza la fatica di dir di sì. La morte si sconta vivendo, scriveva il poeta da un’altra trincea.
Perché tornare sulle questioni dell’affinità e dell’organizzazione informale? Di certo non perché manchino i tentativi di esplorare e approfondire questi aspetti dell’anarchismo, perché le discussioni di ieri come di oggi non ne siano in parte ispirate, o non esistano testi che abbordano tali questioni magari in maniera più dinamica. Ma certi concetti esigono senza dubbio uno sforzo analitico e critico permanente, se non vogliono perdere il loro significato a furia di essere frequentemente usati e ripetuti. Altrimenti le nostre idee rischiano di diventare dei luoghi comuni, delle «evidenze», terreno fertile per il gioco idiota della competizione di identità dove la riflessione critica diventa impossibile. Capita che la scelta dell’affine venga liquidata frettolosamente da alcuni come se si trattasse di un rapporto arroccato sulle proprie idee, un rapporto che non permetterebbe un contatto con la realtà e nemmeno con i compagni. Mentre altri agitano l’affinità come uno stendardo, una sorta di parola d’ordine — e come con tutte le parole d’ordine, spesso è il vero significato, profondo e propulsivo, ad esserne la prima vittima.
La Zad era il nostro vascello pirata, la madre di tutte le Zad. È emersa in un’epoca senza vie d’uscita ed è stato come se il mondo diventasse un po’ più sopportabile. Come un breve barlume, una possibilità che faceva irruzione nella nebbia spessa e appiccicosa del nostro futuro. Per noi che conduciamo delle vite movimentate e fuori dalle norme, era la consapevolezza che ci sarebbe sempre stato un posto ad accoglierci, in caso di latitanza. Un posto dove lo Stato non sarebbe mai venuto a cercarci. Un posto dove avremmo sempre trovato degli/lle alleati/e per nutrirci, vestirci, dissimularci nelle pieghe del suo bocage.